Europäische Skulpturenstraße des Friedens | European Sculptures Route of Peace

Jubiläumsfeier: 35 Jahre Steinbildhauersymposion


Die neue Skulptur von Bertrand Ney im Wendalinushof
Skulptur von B. Ney

Am 26. August 2007 wurde das 35-jährige Bestehen des Steinbildhauersymposions mit der Einweihung einer neuen Skulptur von dem Luxemburger Bildhauer Bertrand Ney festlich begangen.

Bereits seit Anfang dieses Jahres arbeitete Bertrand Ney im Rahmen des Projektes „Luxemburg und Großregion Kulturhauptstadt 2007" - der „blaue Hirsch" - an einem fast 6m hohen Block aus Bundsandstein im Wendelinushof. Nach insgesamt dreimonatiger Arbeit wurde nun die fertiggestellte Skulptur am Sonntag, dem 26. August, um 11 Uhr vor Ort eingeweiht.
Die Skulptur ist Teil der St. Wendeler Skulpturenstraße, die ihrerseits den Ursprung der „Europäischen Straße des Friedens" bildet. 1971/72 hatte Leo Kornbrust als Erster im Saarland ein Bildhauersymposion initiiert. Vielen sind die Skulpturen auf der Baltersweiler Höhe bekannt, haben vielleicht sogar noch miterlebt, wie sie entstanden sind. Ihr 35-jähriges Bestehen wurde am Sonntag, dem 26. August, mit der Einweihung der Skulptur von Bertrand Ney im Wendelinushof (ehem. Paterhof in St. Wendel) gebührend gefeiert.

Bertrand Ney während der Arbeit

Der Künstler benutzte für seine Skulptur einen Steinblock, der 1973 bei Bauarbeiten auf dem Gelände der Firma Concordia zu Tage getreten war. Auf Initiative des Bildhauers Leo Kornbrust wurde ein Großteil der Steine entlang des saarländischen Rundwanderweges, vom Symposionsfeld bis zum Bostalsee, gelegt.
Von Künstlern im Laufe der letzten Jahrzehnte zu Skulpturen umgearbeitet entstand so die St. Wendeler Skulpturenstraße. Sie ist – ebenfalls auf Initiative Leo Kornbrusts - dem 1943 im Zweiten Weltkrieg ermordeten jüdischen Künstler Otto Freundlich gewidmet, der bereits vor dem Krieg zusammen mit seiner Lebenspartnerin Jeanne Kosnick-Kloss eine völkerverbindende Skulpturenstraße von der normannischen Küste bis nach Moskau erdacht hatte.
Bis heute entstanden im St. Wendeler Land 55 Skulpturen von 49 Künstlern aus 13 Ländern.

Die Idee einer „Straße des Friedens" im Sinne Otto Freundlichs fand in den 1990er Jahren auch andernorts Freunde und Partner. So schlossen sich bundesweit Bildhauersymposien dem einzigartigen Plan an. Vor einigen Jahren wurde der Verein „Straße des Friedens" gegründet, und dank der professionellen Koordination und der Einbindung in das Projekt „Steinreich" (organisiert von der Kulturlandschaftsinitiative St. Wendeler Land e.V., kurz: KuLanI) konnte tatsächlich eine „europäische Skulpturenstraße des Friedens" ins Leben gerufen werden. So ist es gelungen, auch Partner in Frankreich, Luxemburg, Belgien und Polen zu gewinnen.<br />2007 entstanden im Rahmen des Kulturhauptstadtprojektes an den neuen und alten Teilstrecken im In- und Ausland bereits mehrere Skulpturen. So rücken die einzelnen Standorte der Skulpturenstraße des Friedens näher zusammen. Im Kreis St. Wendel hat Alf Schuler Juni 2007 an der Rückwand des Mia-Münster-Hauses eine neue Plastik aufgehängt. An „zwei Augenlidern" erinnernd verleihen sie dem Gebäude ein neues „Gesicht". Der Bildhauer Robert Schad bereitet im Ostertal (an der B420, Richtung Kusel) die Aufstellung einer 15 m hohen Stahlskulptur vor.

Die Band Urknällchen
Urknällchen

Zu den Feierlichkeiten am Wendelinushof waren alle Interessenten herzlichst eingeladen. Ernst Urmetzer und seine bekannte Big-Band „Urknällchen" haben das Fest musikalisch umrahmt. In den Geschäftsräumen der KuLanI dokumentierte eine Fotoausstellung das bildhauerische Werk des Künstlers Bertrand Ney. Nachmittags bestand hier auch die Möglichkeit einen 30-minütigen Film über die bisherige Entwicklung der „Straße des Friedens" anzusehen.

 

Koloss im Wendalinushof


Bildhauer Bertrand Ney (Lux) arbeitet an einem Sandstein im Wendalinushof St.Wendel

Bertrand Ney (Lux) bei der Arbeit

Bertrand Ney greift bei seiner Materialauswahl auf einen der letzten noch vorhandenen Sandsteinblöcke aus den siebziger Jahren zurück. Der damalige Fund von großen Steinblöcken, die 1973 bei Baggerarbeiten für die Erweiterungen auf dem ehemaligen Concordiagelände in St. Wendel zu Tage traten, bedeutet letztendlich den Anfang für die St. Wendeler Skulpturenstraße und somit auch für die „Straße des Friedens“.

Der Künstler, durch eine Reihe von Preise ausgezeichnet und bekannt durch seine Teilnahme an vielen Bildhauersymposien, hat reichlich Erfahrung mit Skulpturen im öffentlichen Raum. Der Künstler ist fast täglich, von Montag bis Freitag, bei der Arbeit. Kommen Sie und schauen Sie zu, wie die Skulptur entsteht.

 

Ausstellung Otto Freundlich


Vom 23. März 2007 bis 06. Mai 2007 fand im Stadtmuseum St. Wendel eine Ausstellung über die Turmidee Otto Freundlichs und die Straße des Friedens statt.

Die Foto-Ausstellung dokumentierte die Arbeit an der Skulpturenstraße des Friedens, die eines Tages quer durch Europa  verlaufen soll. Die Idee einer solchen "Straße" als völkerverbindendes Symbol wurde vor etwa 60 Jahren von dem Bildhauer Otto Freundlich und seiner Frau entwickelt. Otto Freundlichs Vision von großen, turmähnlichen Skulpturen, die er sich als Markierungen in der Landschaft vorstellte, wurden in der Ausstellung thematisiert.


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